Die Linien der Lebensaufgabe – Teil 1
Wie Du ja schon weißt, spielen auch die einzelnen Linien des Hexagramms bzw. des entsprechenden GeneKeys eine Rolle. Sie verfeinern sozusagen das Ganze noch ein bisschen. Hier nochmal eine kurze Erinnerung, wodurch die Linien bestimmt werden. Wenn Du Dir unser Human Design Mandala anschaust, das wir für unseren Reisebeginn generiert haben, dann siehst Du, dass sich die Sonne zu diesem Zeitpunkt in Tor 2 aufgehalten hat. In diesem Tor hat sie sich auch etwa schon 5 Tage vorher bewegt, allerdings ist sie dann quasi Stück für Stück weitergewandert und hat innerhalb dieses Tores eine Linie nach der anderen aktiviert. In unserem Beispiel bedeutet es also, dass das Thema unserer Lebensaufgabe das Thema von Genekey 2 ist, mit der speziellen Note oder Herangehensweise einer 6er Linie.
Das ist Hexagramm 2 – es besteht ausschließlich aus Yin-Linien. Im I Ching wird es bezeichnet als „Das Empfangende“, im Human Design heißt es entsprechend das „Tor der Empfänglichkeit“.
Ich kann mir ja alles immer besser vorstellen, wenn ich ein Bild davon hab ;-). Und das Bild mit dem Schloss finde ich eigentlich* ganz passend. Die jeweiligen Sphären stehen also für ein bestimmtes übergeordnetes Thema. Im Fall der ersten Sphäre heisst dieses Thema „Lebensaufgabe“. Jetzt wäre es natürlich schon ganz praktisch, wenn jeder ganz klar wüsste, was er sich denn so vorgenommen hat für dieses Leben. Was wollten wir hier tun, welchen Beitrag wollten wir leisten? An dieser Frage knabbern manche sicher ein Leben lang, für andere ist es vielleicht ganz klar und andere machen sich darüber überhaupt keine Gedanken. Und ich würde mal sagen, wer sich mit den Genekeys, Human Design, Astrologie usw. beschäftigt, der befindet sich irgendwo auf dem Weg zwischen dem „Knabbern“ und der „Klarheit“.
Unsere Lebensaufgabe ist also zunächst noch verschlossen. Aber eigentlich* sind wir der Sache schon mal ein bisschen näher gekommen, weil wir durch unsere individuelle „Sonnenaktivierung“ zum Zeitpunkt unserer Geburt ja unser spezielles Thema schonmal benennen können – und zwar in allen Frequenzlagen: von der niedrigsten Schwingung bis zur höchsten Schwingung. Das ist sozusagen unser eigener (Gen-)Schlüssel für dieses Schloss – unser Genekey.
Wenn wir jetzt auch noch herausfinden, wie wir diesen Schlüssel am besten benutzen, dann kommen wir unserer Lebensaufgabe so nach und nach schon ziemlich gut auf die Spur. Wir haben also den passenden Schlüssel, können ihn aber je nach Linie auf unterschiedliche Art und Weise im Schloss bewegen.
Linie 1
Linie 1 schaut sich vielleicht das Schloss erstmal ganz genau an. Aus welchem Material ist es? Wie sind die Abmaße? Wie schwer ist es? Möglicherweise schraubt jemand mit Linie 1 das Schloss auch erstmal auf, um herauszufinden, wie die Mechanik da drin funktioniert. Dann nimmt er oder sie auch den Schlüssel unter die Lupe. Wie viele Zacken hat der Schlüsselbart? Wie lang ist der Schlüssel? Welches Material wurde verwendet? Linie 1 möchte den Dingen gerne auf den Grund gehen und auch erstmal alle Details kennen. Sie sammelt alle Informationen, die sie kriegen kann. Das führt natürlich auch dazu, dass die 1er Linien oft wahre Spezialisten in ihrem jeweiligen Gebiet sind.
Bei den GeneKeys hat Linie 1 den Namen „Creator“ – also jemand der etwas neues erschafft, der kreativ ist. Kreativität ist für diese 1. Linie extrem wichtig. Dabei geht es weniger darum, etwas für andere zu erschaffen, als vielmehr um den kreativen Prozess an sich. Was aber nicht heissen soll, dass das Geschaffene letzten Endes nicht auch für andere von Nutzen sein kann. Das ist aber nicht der ausschlaggebende Grund für diese neue Idee, dieses neue Produkt, diesen neu entwickelten Prozess etc, sondern eher ein positiver Nebeneffekt. Der Grund für die Erschaffung des Neuen liegt vielmehr im kreativ sein an sich – auch um die eigene Neugierde, den eigenen Wissensdurst zu befriedigen.
Im Hexagramm ist Linie 1 ja die unterste Linie, sozusagen die Basis, das Fundament. Das heisst, sie gibt dem ganzen Konstrukt auch eine gewisse Stabilität. Und so ein Fundament wackelt ja bestenfalls auch nicht, sondern ist in sich gefestigt. Es strahlt auch eine gewisse Ruhe aus. Übertragen hat die 1. Linie auch etwas mit unserem Atem zu tun. Tiefe Bauchatmung in die Mitte des Körpers hilft also besonders den 1er Linien dabei, in ihrer Mitte zu bleiben und die eigene Stabilität aufrecht zu erhalten.
Mit einer 1er Linie in Deiner Lebensaufgabe gehst Du Deinem individuellen Genekey am besten ganz genau auf den Grund. Schau Dir alle Facetten dieses Schlüssel genau an, tauche ganz in die Tiefe der Bedeutungen der einzelnen Frequenzen ein. Je mehr Details, desto besser. Drehe und wende alles in alle Richtungen, hinterfrage alles genau, jedes was, wie und warum. Wobei ich mir diesen Absatz ja eigentlich* hätte sparen können: denn als 1er Linie wirst Du das alles sowieso so machen wollen 😉. Bei dem Ganzen darf aber die Kreativität nicht untergehen, dafür spielt sie bei Dir eine zu große Rolle.
Die ersten Codes zum Knacken Deines Schlosses lauten also:
Kreativität, Stabilität, Atmung
Linie 2
Die 2er Linie hat im Gegensatz zu Linie 1 eher weniger Interesse daran herauszufinden, wie das Schloss genau funktioniert, wie es aufgebaut ist usw. 2er Linien gehen eher verspielt an die ganze Sache heran. Selbst wenn sie noch niemals zuvor in ihrem Leben ein Schloss gesehen hätten: sie hätten einfach eine natürliche Begabung und wüssten im Prinzip sofort, was sie mit Schloss und Schlüssel anstellen müssen. Sie würden gar nicht groß darüber nachdenken, sondern einfach den Schlüssel ins Schloss stecken und umdrehen.
Hier könnte ich ja jetzt eigentlich* schon aufhören, über diese 2. Linie zu schreiben, denn das hört sich eigentlich* doch ganz easy an, oder? Aber genau da liegt dann oft Schwierigkeit: da können dann schonmal gewisse Zweifel aufkommen, ob das denn alles so seine Richtigkeit haben kann. Denn: „So einfach kann es doch eigentlich* gar nicht sein! Da ist doch sicher irgendetwas falsch dran, so wie ich es mache. Das könnte dann ja praktisch jeder einfach so.“
Daher wird der Schlüssel erstmal in jeder möglichen Richtung ins Schloss gesteckt. Oder auf’s Schloss gelegt. Oder komplizierte Berechnungen angestellt, in welchem Winkel man den Schlüssel denn am besten in dieses Schloss steckt… Auf alle Fälle muss es irgendetwas sein, das wesentlich komplizierter ist und wesentlich länger dauert, als einfach nur den Schlüssel im Schloss umzudrehen. (Das wäre dann die Schatten-Variante)
Jemand mit einer 2er Linie geht oft davon aus, dass die Dinge, die er kann, ja sicher jeder andere auch kann. Weil es eben so einfach ist – für die 2er! Wenn Dir als 2er Linie also etwas wirklich locker und leicht von der Hand geht, dann muss das nicht für andere genauso locker und leicht funktionieren! Das bedeutet zum einen, dass Du in manchen Bereichen vielleicht auch Deine Erwartungshaltung anderen gegenüber ab und zu mal überprüfen darfst. Zum anderen aber auch, dass Du dieses (natürliche) Talent, das Du da hast, auch für Dich selbst zu schätzen lernst und das bei Dir auch so anerkennst (😉 – oder noch besser wie es Steffi formuliert hat: FEIER dich dafür!)
Wenn die 2er aber erst die ganzen Zweifel hinter sich gelassen haben, dann kommen sie in ihren Flow! Und dann sind sie in ihrem Element! Bei den GeneKeys hat die 2er Linie die Bezeichnung „Dancer“. Ich finde das ziemlich treffend: denn stell Dir einfach mal einen Tänzer oder eine Tänzerin vor, die grad so ganz tief in ihren Bewegungen versunken sind, die alles um sich herum ausblenden und ganz mit ihrem Tanz und mit der Musik verbunden sind. Dann bekommt man schon ein ganz gutes Bild davon, wie so ein Flow aussehen kann.
Mit einer 2er Linie bei Deiner Lebensaufgabe schau Dir am besten mal die Dinge an, die Dir so richtig leicht fallen und vor allen Dingen auch so richtig Spaß machen. Was könnte das in Bezug auf den GeneKey Deiner Lebensaufgabe sein?
Die ersten Codes zum Knacken Deines Schlosses lauten also:
Flow, Leichtigkeit, "easy is right"
Linie 3
Wie geht die 3er Linie mit unserem Schloss um? Sie hat beides vor sich liegen: Schloss und Schlüssel – und jetzt heißt es erstmal ausprobieren! Vielleicht auch noch ein paar andere Schlüssel besorgen und schauen, ob es damit vielleicht auch funktioniert. Oder: was passiert, wenn man den Schlüssel von hinten durch das Schloss steckt? Oder vielleicht auch den Schlüssel nach links dreht statt nach rechts?
Bei den 3ern geht es ums Ausprobieren. Sie wollen wissen, was funktioniert und was nicht funktioniert. Sie lernen sozusagen durch eigene Erfahrung. Und sie experimentieren eben gerne. Am wohlsten fühlt sich die 3er Linie, wenn sie immer wieder neue und vor allen Dingen auch völlig unterschiedliche Dinge ausprobieren darf. Das kann heute das Backen sein und morgen das Bagger fahren. Hauptsache man kann sich in dem Bereich einfach ausprobieren. Es geht also nicht darum, Experte auf irgendeinem Gebiet zu werden.
Und genau das kann oft für die 3er gewisse Zweifel hervorrufen. Sie stellen sich selbst in Frage, weil sie eben nicht diese Stabilität, diese Beständigkeit in ihrem Leben haben. Ein komplett durchgeplantes Leben mit immer gleichen Aufgaben ist für jemanden mit Linie 3 eigentich* nicht vorstellbar. Sie wollen die Veränderung, sie wollen neue Herausforderungen. Und im Prinzip ist es genau das, was sie aufblühen lässt: Abenteuer! Nicht wissen, was als nächstes kommt. Mit den Herausforderungen des Lebens jonglieren. Sich ausprobieren. Es gibt ein neues „Problem“? – Cool, immer her damit. Es soll ja nicht langweilig werden.
Dieses Lockere und Abenteuerliche kann sich unter Umständen aber auch als eher chaotisch entpuppen. Man verliert dann leicht den Überblick und sieht diese ganzen Veränderungen und unterschiedlichen Möglichkeiten eher als Belastung.
Die GeneKeys-Bezeichnung für diese 3. Linie lautet „Changer“. Sie steht für jemanden, der Veränderung braucht und der auch Veränderungen in die Welt bringt. Wahrscheinlich hatte auch Heraklit irgendwo in seinen GeneKeys eine 3er Linie, denn von ihm stammt der Satz „Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.“ 😉
Wenn bei Dir die 3. Linie in Deiner Lebensaufgabe aktiviert ist, dann darfst Du vor allen Dingen darauf achten, Dich nicht mit anderen zu vergleichen. Diese Stabilität und diese Geradlinigkeit, die Du vielleicht bei anderen beobachtest, sind nicht Dein Ding. Und das ist auch gut so! Für Dich ist eher Veränderung der Weg. Immer wieder mit etwas Neuem experimentieren. Ob es letzten Endes eher gut oder eher schlecht war, weisst Du, wenn Du es ausprobiert hast.
Und mit dieser Einstellung kannst du auch an das Thema Deiner Lebensaufgabe herangehen. Schau Dir die einzelnen Frequenz-Bereiche (Schatten-Gabe-Siddhi) an und probier aus, wie sie in völlig unterschiedlichen Bereichen Deines Lebens zu Tage treten. Ach ja, übrigens: es ist auch absolut ok, Dein Interesse auf mehr als eine einzige Sache zu verteilen 😉.
Die ersten Codes zum Knacken Deines Schlosses lauten also:
Abenteuer, Experimente, Veränderungen
So, ihr Lieben. Das war Teil 1 zu den Linien der Lebensaufgabe. Linien 3, 4 und 5 folgen morgen.
Euch ist vielleicht aufgefallen, dass ich hinter jedem „eigentlich“ ein Sternchen* gesetzt hab. Mir ist beim Durchlesen aufgefallen, dass ich dieses Wort relativ häufig verwende und eigentlich 😂 weiß ich gar nicht, was es eigentlich 😂 bedeuten soll. Irgendwie klingt es so nach Wischi-Waschi, so „ja nicht festlegen“… Das wollte ich jetzt nur mal so nebenbei mit in die Runde bringen. Und vielleicht habt ihr ja auch so ein Wort, das ihr oft ganz unterbewusst immer wieder verwendet 🤔.
Stimmt, warum eigentlich nicht? 😂
Ich hab grad kurz gegoogelt und eine seitenlange Abhandung zum Wort „eigentlich“ gefunden 😂😱.
https://karger.com/ver/article-pdf/13/4/233/3604655/000075837.pdf
Und gelernt, dass es sich dabei um einen Partikel handelt, genau wie auch die folgenden Wörter: aber, auch, bloß, denn, doch, eben, etwa, halt, ja, mal, nur, schon, vielleicht und wohl.
Liebe Steffi,
mir ist das Wörtchen eigentlich gar nicht aufgefallen. Erst nach deinem Hinweis bin ich den Text nochmal durchgegangen. Fazit: Ich würde wahrscheinlich noch mehr 😉
Spontan fällt mir das Wort „aber“ ein. ich glaube das nutze ich recht häufig.
Um sich nicht ganz festzulegen, irgendwelche klugen Einwände und Ergänzungen zu bringen oder einfach nur um sich Gehör zu verschaffen. Ein Multitalent dieses Aber. Genauso gern hab ich auch vielleicht, oder? Man kann sich damit ja so viel offen lassen.
Es ist im Grunde ja eigentlich nur ein Füllwort und eigentlich könntest du es auch weg lassen aber wenn es dir Spaß macht, warum eigentlich nicht. 😉