Die Evolution

Langsam wird es Zeit, weiter zu reisen ;-). Wobei es eher eine Reise zurück ist, es geht nämlich von der Sonne wieder zurück zur Erde. Wie Du ja weißt, ist die Position der Erde immer genau gegenüber der Position der Sonne. Sind befinden sich in Opposition zueinander. Wenn also Tor 30 durch die Sonne aktiviert ist, dann ist immer Tor 29 durch die Erde aktiviert. Das gleiche gilt für Sonnentor 13 und Erdentor 7, und natürlich auch für die Tore 51 und 57 und die Tore 45 und 26.
Zur Erinnerung werfen wir dazu nochmal einen kurzen Blick auf das Human Design Mandala:

30-29
13-7
51-57
45-26

Tore, die sich genau gegenüberliegen, sind so etwas wie ein ungleiches Paar. Auf den ersten Blick sind sie erstmal komplett gegensätzlich und scheinen nichts gemeinsam zu haben. Auf den zweiten Blick jedoch ergänzen sie sich auf wundersame Weise. Ganz anschaulich wird das, wenn man sich die zugehörigen Hexagramme anschaut. Aus einer Yin-Linie (unterbrochen) wird immer eine Yang-Linie (durchgehend) und umgekehrt.

Hexagramm 29
Hexagramm 30
Hexagramm 13
Hexagramm 7
Hexagramm 51
Hexagramm 57
Hexagramm 45
Hexagramm 26
Wenn man jetzt bedenkt, dass eine Yin-Linie eher das weibliche, aufnehmende Prinzip darstellt und eine Yang-Linie das männliche, abgebende, dann kann man sich schon gut vorstellen, dass hinter diesen Hexagramm-Paaren eine gewisse Reibung entstehen kann. Bei den GeneKeys haben diese Paare die Bezeichnung „Programming Partner“, sie beeinflussen sich gegenseitig, programmieren einander.
Und das passiert sowohl auf der Ebene der jeweiligen Schatten, als auch bei den Gabe- und Siddhi-Frequenzen. Daher macht es absolut Sinn, sich diese beiden GeneKeys in Kombination anzuschauen und die jeweiligen Schwingungsbereiche auch immer ein wenig im Hinterkopf zu behalten. Auf den ersten Blick ist es zwar oft nicht so ganz einfach, die beiden irgendwie unter einen Hut zu bringen. Aber wie so oft wird auch hier nach und nach erst klar werden, wie und wann sich diese beiden Schattenthemen in Deinem Leben zeigen. Du kannst zum Beispiel ab jetzt immer, wenn Du vor einer neuen Herausforderung stehst oder ein Problem auftaucht, auch ein wenig darauf achten, ob die Schatten Deiner beiden GeneKeys in Lebensaufgabe und Evolution dabei in irgendeiner Art und Weise eine Rolle spielen.

Wenn das der Fall ist und Du dem Ganzen nach und nach auf die Spur kommst, dann gilt auch hier das GeneKeys-Prinzip „allow, accept, embrace“ – „zulassen, annehmen, vollends akzeptieren“. So ein Schatten ist ja prinzipiell auch nichts Schlechtes. In ihm liegt ja schließlich auch die Gabe verborgen. Es kann das eine ohne das andere nicht geben. Es geht nur darum, das Beste aus ihm herauszuholen, aber um das tun zu können, muss man den Schatten erstmal erkennen und eben auch zulassen. Meistens laufen diese Schatten-Frequenzen ja völlig unterbewusst ab, wir nehmen sie gar nicht wahr. Erst, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, finden sie langsam den Weg in unser Bewusstsein und ab da können wir dann mit und an ihnen „arbeiten“.

Aber zurück zu Lebensaufgabe und Evolution. Während der GeneKey der Lebensaufgabe ein Ausdruck dessen ist, was Du tust, womit Du Dich mit ganzem Einsatz beschäftigst, wofür Du brennst (es geht hier schließlich um die feurige Energie der Sonne), zeigt der GeneKey der Evolution auf, was der Antrieb dahinter ist. Was ist sozusagen der Impulsgeber, der Motor dahinter, dass Du Deine Lebensaufgabe erfüllen kannst? Wie bringst Du am besten die nötige Stabilität auf, wie kannst Du Dich erden (GeneKey der Evolution = Aktivierung durch die Erde), um die Energie zur Erfüllung Deiner Lebensaufgabe bereitzustellen? Die „Evolution“ ist der Bereich, in dem unser Entwicklungspotential liegt, in diesem Bereich können wir wachsen.

Die erste Herausforderung auf unserer Reise durch die Aktivierungs-Sequenz liegt also darin, diese beiden GeneKeys irgendwie in Einklang zu bringen. Die Verbindung zwischen dem GeneKey der Lebensaufgabe und dem GeneKey der Evolution hat daher auch die Bezeichnung „Pathway of Challenge“ – der Pfad der Herausforderung. Es ist übrigens keine so schlechte Idee, sich mit diesem Pärchen etwas intensiver zu beschäftigen, denn sie werden sich in der ein oder anderen Form auch in den anderen Abschnitten des Goldenen Pfads zeigen.

Bevor wir uns die einzelnen Frequenzen dieser GeneKeys genauer anschauen, werfen wir erstmal auch einen Blick auf die 6 Linien, die uns ja zusätzliche Hinweise darauf geben, in welchen Bereichen sich die Schatten, Gaben und Siddhis vor allen Dingen zeigen.

Die 6 Linien

Linie 1

Bei jemandem mit einer 1er Linie im GeneKey seiner Evolution dreht sich alles um einen inneren Prozess. Es geht darum, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Die beste Motivation kommt nicht von anderen, sondern sie kommt von einem selbst. Mit einer 1er Linie kommst Du in Deiner Entwicklung am besten durch Deine eigene Bestätigung und eigene Motivation voran. Das Schlüsselwort lautet hier „Creator“, sprich „Schöpfer“.

Linie 2

Mit einer 2er Linie dreht sich alles um Beziehungen und Leidenschaften. Herausforderungen kommen daher meistens in Beziehungen jeglicher Art zum Vorschein. Anders als bei Linie 1 finden 2er im Austausch mit anderen zum Ziel. Hier geht es darum, nicht alles mit sich selbst auszumachen, sondern sich anderen mitzuteilen, auch seine Leidenschaften mit anderen zu teilen. Eine wichtige Erkenntnis für Linie 2 ist die, dass unsere Schatten nicht gegen uns sind – sie machen uns stärker. Die „Schattenarbeit“ darf auch mit einer gewissen Leichtigkeit verbunden sein, eine spielerische Herangehensweise ist oft hilfreicher, als verbissen und verkrampft nach Lösungen zu suchen. Das Schlüsselwort lautet hier „Dancer“.

Linie 3

Energie und Erfahrung – das sind die beiden Begriffe, die die 3er Linie ausmachen. 3er dürfen lernen zu akzeptieren, dass ihr Leben nunmal ständigen Veränderungen unterliegt. Und vor allen Dingen, dass daran nichts falsch ist. Es gehört zum Entwicklungsprozess einer 3er Linie, dass sie eben aus eigenen Erfahrungen lernt. Und die meisten Erfahrungen macht man nunmal mit Veränderungen. Ganz egal, ob es sich um Beziehungen handelt, um die berufliche Karriere oder um einen grundsätzlichen Lebensstil: es macht für jemanden mit 3er Linie keinen Sinn, sich hier mit anderen zu vergleichen und sich möglicherweise sogar als flatterhaft, unstet oder unstabil zu bezeichnen. Die Herausforderung liegt darin, sich dadurch nicht beirren zu lassen und zu akzeptieren, dass Veränderungen die Basis für Weiterentwicklung, Erfahrung und Lernen sind. Oder kurz gesagt: Stabilität wird dadurch erlangt, Veränderungen zu akzeptieren. Das Schlüsselwort für Linie 3 lautet „Changer“.

Linie 4

„Server“ lautet das Schlüsselwort für Linie 4. Wobei es hier nicht darum geht, anderen zu „dienen“, sondern dem Leben an sich. Und womit dient man dem Leben am meisten? Womit verschafft man ihm den besten Nutzen? Indem man liebt, was man tut. Damit zieht man nicht nur den größten Nutzen für sich selbst, es führt auch automatisch zum Nutzen für andere. Für die 4er dreht sich alles um die Gemeinschaft und Gesellschaft mit anderen. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Balance zu finden zwischen Gesellschaft und Alleinsein. 

Linie 5

Die 5er sind die „Fixer“ – diejenigen, deren Rat man sucht, die immer eine Lösung haben. Hier dreht sich alles um Projektion und „Power“, wobei ich das nicht unbedingt mit „Macht“ übersetzen möchte – das hat für mich irgendwie einen negativen Beigeschmack und würde der eigentlichen Bedeutung nicht gerecht werden. Im Prinzip beschreibt „Power“ vielmehr die Kraft einer 5er Linie, andere anzuleiten, sie anzuführen. Sie üben einen ganz natürlichen Einfluss auf andere aus und werden als „Anführer“ angesehen. Die Herausforderung liegt für sie darin, sich nicht durch die Projektionen der anderen davon ablenken zu lassen von dem, was sie selber eigentlich wollen. 5er stellen oft die Erwartungen, die andere an sie stellen, vor die eigenen Erwartungen. Wenn Du eine 5er Linie in Deinem GeneKey in der „Evolution“ hast, kann eine gute Kontemplation für Dich die Frage sein:  „Wer bin ich eigentlich wirklich?“

Linie 6

Ich hoffe, Du hast Dir alle Linien bis hierher durchgelesen ;-). Denn Du wirst Dich höchstwahrscheinlich auch hier in den meisten davon wiedererkannt haben. Vor allen Dingen in den Beschreibungen der 3er Linie. Die 6er Linien durchlaufen im Wesentlichen drei Phasen während ihres Lebens: Phase 1 ist die Lern- und Experimentierphase der 3er Linie und dauert etwa bis zum 30. Lebensjahr. Danach stabilisiert sich in Phase 2 in der Regel alles ein wenig und man versucht, sich einen Überblick zu verschaffen. Das Gelernte und Erlebte darf sich jetzt festigen. Erst in Phase 3, etwa ab dem 50. Lebensjahr, kommen dann so nach und nach die Erkenntnisse, wofür das eigentlich alles gut war und wie sich das alles zu einem großen Gesamtbild zusammenfügt. Dieses Gesamtbild kann man aber nicht schon mit 30 Jahren im Blick haben – es entwickelt sich und erschließt sich einem eben erst so nach und nach mit zunehmendem Alter und ausreichender Erfahrung. Die Schlüsselworte für Linie 6 lauten „Education & Surrender“: also in etwa „Schulung/Erziehung und Hingabe“, wobei sich „education“ eher auf die ganz natürliche Vorbildfunktion bezieht, die sich aus den vielen eigenen Erfahrungen automatisch ergibt. „Surrender“ dagegen hat auch viel mit Geduld zu tun: die Erfahrung zeigt der 6er Linie irgendwann, dass das Leben seine eigenen Wege geht und nicht immer so verläuft, wie man sich das ausgemalt oder geplant hat. „Surrender“ bedeutet also, sich auf das Leben einzulassen und darauf zu vertrauen, dass alles schon so seine Richtigkeit hat… Die Herausforderung liegt also darin, sich in Geduld zu üben und sich vom Leben tragen und führen zu lassen.

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