Abwoon d’bwashmaya

abwoon d'bwashmaya

Da sich unser erstes Reiseziel noch ein wenig verzögert – die heimische Druckerei macht gerade etwas „Zicken“ bei der Erstellung der Reise(s)pässe – mache ich auch heute nochmal einen kleinen Abstecher. Geplant hatte ich eigentlich ein paar Infos zu den einzelnen Linien der Lebensaufgabe. Aber ausgerechnte heute ist natürlich auch der Server bei den GeneKeys gerade im Wartungsmodus – und so ein bisschen Unterstützung von „der Quelle“ brauche ich ja dann doch noch. Andererseits ist das wahrscheinlich wieder mal nur so ein „Sicherheits-Denken“, denn eigentlich kenne ich die einzelnen Linien ja schon ganz gut 🤷🏻‍♀️🤔🙄.

Aber gut, dann gibt es heute wieder mal einen „außerplanmäßigen“ Beitrag. Das gehört ja schließlich auch dazu bei einer Reise: es läuft eben nicht immer alles nach Plan. Wobei es ja eigentlich gar keinen richtigen Plan gibt 😂. (Was im Übrigen ganz typisch für den Manifestierenden Generator ist – da gibt es keinen linearen Weg von A nach Z. Also im Sinne von: wir beginnen bei A, gehen weiter zu B, dann kommt C, D, E usw. Beim Manifestierenden Generator sieht der Weg eher so aus: A – G – C – F – B – R – H …. Das Ziel ist zwar das gleiche, nur der Weg dorthin sieht eben komplett anders aus….). 

Soviel also zum Thema Plan…. Das wiederum verschafft mir jetzt aber eine gute Überleitung zum heutigen Thema 😂. Denn es gibt ja diesen schönen Spruch: 

„Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst,

dann erzähl ihm von Deinen Plänen.“

Und tatsächlich geht es heute um Gott. Aber keine Angst, ich will niemanden bekehren – geht ja auch gar nicht, da ich selber keiner kirchlichen Gemeinschaft angehöre. Was mich aber wirklich fasziniert, sind (manche) Texte in der Bibel. Und zwar nicht unbedingt nur in der aktuell verbreiteten Auswahl, sondern vor allen Dingen auch in den (absichtlich) weggelassenen Texten. Das ist aber vielleicht nochmal ein Thema für sich. 

Heute geht es um einen ganz speziellen Text, ein ganz besonderes Gebet. Ich hab ja – selbst als Nicht-Mitglied – ganz oft bei den unterschiedlichsten Anlässen in verschiedenen Kirchen gesungen. Und ich hab immer irgendwie erstaunt zugehört, wie die Menschen zum Beispiel im Gottesdienst die einzelnen Gebete einfach nur so vor sich hingesagt haben. So emotionslos, ohne überhaupt zu wissen oder darüber nachzuzdenken, was man da eigentlich sagt. 

Und ein Gebet, bei dem mir das immer am seltsamsten vorkam, ist das Vater Unser. Das ist ja eigentlich DAS Gebet. Aber irgendetwas schien mir an diesem Text einfach nicht stimmig. Dann bin ich vor nicht allzu langer Zeit auf das ursprüngliche aramäische Gebet gestoßen und auf die unterschiedlichen Übersetzungmöglichkeiten. Das Aramäische bietet eben einfach ganz viele Möglichkeiten, wie Wörter, Phrasen oder Sätze im jeweiligen Zusammenhang übersetzt werden können. Ähnlich vielleicht wie bei der Übersetzung des englischen Begriffes „Gift“, das ja sowohl Talent, als auch Geschenk oder Begabung bedeuten kann. 

Und dieser „neue“ Text fühlt sich für mich sooo viel besser an und passt so viel besser in das Bild, das ich mir von „Gott/Universum/Quelle/Ursprung“ gemacht habe. Daher möchte ich euch heute ein paar dieser möglichen Übersetzungen vorstellen und bin sehr gespannt, ob oder wie euch diese ansprechen.

Die Übersetzungen stammen übrigens aus dem Buch „Prayers of the Cosmos“ von Neil Douglas-Klotz. 

Abwoon* d’bwashmaya

Vater unser im Himmel

Oh Schöpfer, Vater-Mutter des Kosmos. Du erschaffst alles, was sich bewegt, im Licht.

Schöpfer des schimmernden Klangs, der uns alle berührt.

Du Strahlender, Du strahlst in uns und außerhalb von uns. Sogar die Dunkelheit erhellt sich, wenn wir uns erinnern.

*Allein zum ersten Wort „Abwoon“ gäbe es eine ganze Menge zu sagen. Das hebe ich mir aber auf für einen anderen Beitrag 😉

Nethqadash shmakh

geheiligt werde Dein Name

Richte Dein Licht auf unser Inneres und mach, dass wir es nutzen können: so wie die Lichtstrahlen eines Leuchtfeuers den Weg weisen.

Dein Name, Dein Klang kann etwas in uns in Bewegung setzen, wenn wir unsere Herzen wie Instrumente entsprechend einstimmen. 

Wir alle suchen irgendwo anders nach diesem Licht. Es zieht uns von uns selbst weg. Aber alles (wörtl. der Name) lebt immer in unserem Innersten.

Teytey malkuthakh

Dein Reich komme

Erschaffe jetzt Dein Reich der Einheit – durch unsere feurigen Herzen und unsere bereitwilligen Hände.

Lass unser Leben durch Deinen Rat bestimmt sein und unsere Absichten klar werden, um gemeinsam etwas zu (er-)schaffen.

Lass uns aus dieser göttlichen Gemeinschaft eine neue Welt des Friedens erschaffen.

Nehwey tzevyanach aykanna d’bwashmaya aph b’arha

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden

Dein Bestreben ist unser Bestreben – wie im Licht, so auch in aller Form und Gestalt.

Hilf uns, auch da zu lieben, wo es nicht unseren Idealen entspricht. Und lass unser Mitgefühl für alle Lebewesen wachsen. 

Hawvlan lachma d’sunqanan yaomana

Unser tägliches Brot gib uns heute

Gib uns, was wir täglich an Nahrung und Einsichten brauchen: den für unser Wachstum nötigen Lebensunterhalt.

Hilf uns, das zu stärken, was wir für den Kreislauf unseres Lebens benötigen: nicht mehr und nicht weniger.

Washboqlan khaubayn (wakhtahayn) )aykana daph khnan shbwoqan l’khayyabayn

Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Lockere die Stricke, die uns festschnüren, weil wir Fehler gemacht haben – so wie auch wir die Stricke derjenigen lockern, die wir für schuldig befinden.

Erleichtere die Last unserer verborgenen Verschuldungen – in dem Maße, in dem auch wir anderen ihre Schuld erlassen. 

Lösche die inneren Narben, die unsere Verfehlungen hinterlassen – so wie auch wir unser Herz von den Verfehlungen anderer bereinigen.

Wela tahln l’nesyuna

Ela patzan min bisha

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Lass uns nicht in die Irre geleitet werden von oberflächlichen Dingen. Mach uns frei von dem, was uns davon abhält, unsere wahre Bestimmung zu leben.

Bewahre uns davor, falschen Reichtum anzuhäufen, und vor der inneren Scham, nicht zur richtigen Zeit Hilfe geleistet zu haben.

Metol dilakhie malkutha wahayla wateshbukhta l’ahlam almin. Ameyn

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Aus Dir ist aller Wille geboren, die Kraft und das Leben, etwas zu schaffen, das Lied, das allem Schönheit verleiht – es erneuert sich über alle Zeiten hinweg.

Dein ist alles, was fruchtbar ist: Ideale, Energie, glänzende Harmonie –  und zwar durch alle kosmischen Zyklen hindurch.

Du bist die Liebe, die in uns lebt,
das Licht, das in uns leuchtet,
in der Einheit mit Dir erleben wir den Himmel in uns
und schöpfen neuen Mut zu kraftvollem Handeln –
heute, morgen & immerdar.

Ich finde ja, dass auch in diesem Text sehr viel von Licht, Klang und Energie die Rede ist! Da steckt doch bestimmt mehr dahinter… 

Wenn Du Dir das aramäische Gebet anhören möchtest, dann kann ich Dir die Seite von Maria Kaplan empfehlen. Hier findest Du sowohl das gesprochene Gebet, als auch die musikalische Variante.

 

Das war heute also mal ein Abstecher in eine völlig andere Richtung, aber ich finde diesen anderen Blickwinkel auf Texte der Bibel einfach total spannend 😊. 

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Responses

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  1. Ich gehöre mittlerweile auch keiner kirchlichen Gemeinschaft mehr an, bete aber das Vater Unser seitdem ich es als Kind gelernt habe, abends immer noch. Es ist mir also ziemlich vertraut.
    Ich bin davon jedoch niemals so berührt worden wie von dieser Übersetzung.

    Alles, was für mich Spiritualität ausmacht, ist in diesen Worten enthalten und sie schwingen immer noch in meinem Energiefeld.

    DANKE für diesen Abstecher!

    … da kann man mal wieder sehen, dass Planänderungen und Umwege absolut lohnenswert sind 🙂 Von A über B über C…. wie langweilig!!!