Die Motte
GeneKey 30 - Die Motte
Kategorie: Wechsel-Wesen
Angst: Die Angst vor Unbequemlichkeiten
Ähnlich wie der Schmetterling ist auch die Motte ein Symbol für Regeneration, Transformation, Wandlung und Verwandlung. Als Geschöpf der Nacht wird die Motte mit dem Mond in Verbindung gebracht – und der Schmetterling als tagaktives Wesen entsprechend mit der Sonne.
In der christlichen Mythologie steht die Motte für Zerfall und Vergänglichkeit.
Bei den Navajo hilft die Motte nach dem Tod beim Übergang in die Anderswelt.
In verschiedenen Kulturen Nordamerikas wird die Motte als Symbol für die Wiedergeburt angesehen und wird häufig in schamanischen Rasseln verwendet.
So eine Motte hat einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Die von den weiblichen Motten abgesonderten Pheromone werden von den männlichen Vertretern ihrer Art selbst aus weiter Entfernung noch wahrgenommen. Das wiederum weckt natürlich gewisse Begehrlichkeiten, schürt sozusagen das Verlangen.
Motten werden ja fast schon magisch vom (Mond-)Licht angezogen. Sie wollen unbedingt zu dieser Quelle gelangen. Sie können gar nicht anders. Irgendetwas muss da doch schließlich sein, also wollen sie unbedingt herausfinden, was hier dahintersteckt. Was zieht sie hier so strahlend an?
Im übertragenen Sinn könnte man also sagen, dass die Motte als „Schatten“-Tier für unsere Begehrlichkeiten, für unser Verlangen steht. Allerdings geht es mehr um die eigene Angst vor diesem Verlangen. Einerseits möchte man gerne herausfinden, was so „anziehend“ wirkt, andererseits möchte man diesem „Lockruf“ nicht unbedingt nachgeben. Wir wissen ja schließlich alle, was mit so einer Motte passiert, wenn sie zu nah ans Feuer fliegt.
Aber es liegt auch in der Natur der Motte, Richtung Licht zu fliegen. Das nicht zu tun, ist für die Motte keine Option. Sie kämpft auch nicht gegen dieses (angeborene) Verlangen an, sie akzeptiert es als Teil ihrer Natur. Der bequemere Weg für die Motte wäre natürlich, sich immer in einem sicheren Abstand zur Lichtquelle zu bewegen. Ja nicht davon abweichen, das könnte ja Folgen haben.
Die Motte lädt uns dazu ein, unsere Komfortzone ein wenig zu verlassen, Gewohnheiten mal ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen, und vielleicht auch mal unbequemere Wege einzuschlagen. Gewohnheiten haben natürlich schon viele Vorteile: man muss sich weniger Gedanken machen, es läuft alles wie von selbst und meistens ist das eben auch sehr bequem. Manchmal aber lassen einen Gewohnheiten auch ein bisschen abstumpfen und vergesslicher werden – schließlich denken wir über gewohnte Handlungen und Abläufe auch nicht mehr so wirklich nach.
- Wenn Du Dir Deinen Tagesablauf mal etwas genauer anschaust: wieviel davon erledigst Du aus reiner Gewohnheit?
- Welche Gewohnheiten hast Du möglicherweise sogar von Deinen Eltern oder Großeltern übernommen, ohne Dir bisher Gedanken darüber gemacht zu haben?
- Was könntest Du anders machen als Du es bisher gewohnt bist?
Stell Dir immer mal wieder Fragen wie
- Mache ich das jetzt so, weil ich es schon immer so gemacht habe?
- Mache ich das so, weil es so am bequemsten für mich ist?
- Was wäre, wenn ich das jetzt einmal mal auf eine andere Art und Weise ausprobiere?
Spiele vielleicht auch mal ein bisschen damit, wie es sich für die anfühlt, wenn Du einem Verlangen nachgibst im Vergleich dazu, wenn Du einem Verlangen widerstehst.
Hier ein paar Vorschläge:
- stelle Deinen Wecker jeden Tag 2 Minuten früher
- trinke morgens Tee statt Kaffee (oder umgekehrt)
- gehe 1 Stunde später ins Bett als gewohnt
- dusche nur mit kaltem Wasser
- kaufe gewohnte Artikel von anderen Marken als bisher
- gehe mit einer für Dich ungewohnten Frisur aus dem Haus
- ziehe etwas anderes an, als das, was Du ursprünglich anziehen wolltest
- wenn Deine Lieblingsserie kommt, schalte um
- wenn Du ein Kapitel unbedingt zu Ende lesen möchtest, leg das Buch beiseite
- wenn Dir nach Erdbeer-Eis ist, kaufe stattdessen Vanille-Eis
Wie fühlt sich das an? Wie viel Überwindung kostet Dich das?
Die Einladung der Motte lautet: akzeptiere Deine Verlangen – egal ob physischer, emotionaler oder mentaler Art. Das bedeutet nicht, jedem Verlangen immer nachzugeben oder jedem Verlangen grundsätzlich widerstehen zu müssen. Manchmal kann es aber ganz spannend sein, Verlangen zu hinterfragen und den Hintergründen dazu ein wenig auf die Spur zu kommen.
Die Motte also – das hätte ich mir ja denken können 🙂
Seit ein paar Tagen habe ich mich darüber gewundert, dass in der Scheune hin und wieder die eine oder andere Motte unterwegs ist. Bisher war das (glücklicherweise) nicht der Fall. Wir hatten es zwar öfter mit Insekten zu tun, die sich durch die offenstehenden Fenster hinein verirrt hatten, das waren jedoch immer Tiere, die ich lieber mag als diese für mich absolut unangenehmen Viecher. Gestern habe ich mich dann auf die Suche nach einem Nest begeben und bin fündig geworden. In meiner neu gekauften Filzwolle waren sie wohl mit eingezogen und hatten es schön warm und bequem.
Jetzt, wo ich erfahren habe, für was die Motte so steht, finde ich sie eigentlich gar nicht mehr so schlimm, sondern sogar ziemlich interessant; vor allem ihren Bezug zum Mond sowie ihre Unterstützung beim Übergang in die Anderswelt spricht mich sehr an!
Sicherlich werde ich mich in der nächsten Zeit intensiver mit der Motte befassen – sowohl hinsichtlich unserer Reise als auch ganz real. Auch wenn ich ihnen den Übergang ins Jenseits bereite, werde ich das mit einer ganz neuen Haltung tun 🙂